Fernergries

Die Tiwag plant die Errichtung eines zusätzlichen Speichers für das Kaunertalkraftwerk. Unter anderem wird/wurde, neben anderen Varianten, als möglicher Standort das Fernergries im hinteren Kaunertal gehandelt. Auch das Gebiet im Bereich Gepatsch würde durch jahrelangen Bauarbeiten in diesem Bereichstark belastet werden. Auf der Weide vor dem Gepatschhaus sollen Materiallager, Garagen und Werkstätten entstehen. Diese Eingriffe würden eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zerstören!

Dabei wäre der geplante Speicher Fernergries größtenteils für den Pumpspeicherbetrieb gedacht bei dem aus importierten Strom, vorwiegend aus Atom- und Kohlekraftwerken, Spitzenstrom erzeugt wird. Und das bei einem Stromverlust(!) von mindestens 25 bis 30 Prozent. Trotzdem ist der Vorgang rentabel, denn der erzeugte Spitzenstrom kann teuerer verkauft werden. Von sauberer Wasserkraft und erneuerbarer Energie kann hier aber nicht die Rede sein, im Gegenteil.

Dabei droht die Zerstörung einer Jahrhunderte alten Almlandschaft und die Dezimierung des Zirbenbestandes. Das Gletschervorfeld Fernergries, das als besonders schützenswertes Naturgebiet als Teil des Natura 2000 Gebietes Ötztaler Alpen ausgezeichnet wurde, soll in den Fluten des Stausees untergehen. Das Gletschervorfeld ist zudem von großer wissenschaftlicher Bedeutung. Neben der Pasterze ist der Gepatschferner der einzige Gletscher in Österreich der beim letzten großen Vorstoß um 1850 bis ins Wald- und Almgebiet reichte. Im Fernergries befindet sich auch der letzte Abschnitt des Faggenbachs der sich in einem naturbelassenen Zustand befindet. Diese unberührten Fließgewässerabschnitte sind selten geworden und bedürfen eines besonderen Schutzes.

Die geplanten, irreversiblen Eingriffe sind inakzeptabel!

Anfang 2011 präsentierte die Tiwag Änderungen beim Kaunertal-Ausbau-Projekt. Die bevorzugte Variante, laut Tiwag, ist nun jene im Platzertal.

Kommentar

Wenn man die Sendung über die Stauseen und den Ausbau der Wasserkraft im ZDF gesehen hat, mit dem Beitrag vom Landesgeologen Gunther Heißel, dann kann man nicht nachvollziehen, daß vom Permafrost absolut keine Gefahr mehr ausgehen soll, sozusagen alles ist im grünen Bereich wäre. Wie sieht es eigentlich dann im Versetz aus, wenn Unmengen von Ausbruchmaterial dort gelagert wird?? Kann es nicht sein, daß bei den immer intensiveren sommerlichen Gewittern nicht auch eines im Kaunertal abgeht mit schwerem Hagelschlag?? Sind dann alle gefährdeten Hänge wirklich sicher?? Es gibt auch noch das Unglück im Martelltal, da waren Gott sei Dank keine Menschenleben zu beklagen, aber die Schäden waren dort auch gewaltig. Sommergewitter und ein gutgefüllter Stausee samt einem wiederum gutgefüllten Platzertalsee, wenn da ein Elementarereignis käme, dann wird die Prophezeiung vom Pfarrer Maas wohl doch kein nettes Märchen sein!!

By Brigitte und Ha... (nicht registriert)