Kein Banner im Fernergries

Eigentlich sollte zu Jahresanfang auf der Garage der Kaunertaler Gletscherbahnen im Fernergries ein großes Banner hängen, das auf die geplante Zerstörung des dahinter liegenden Naturschutzgebietes durch einen Tiwag-Pumpspeicher aufmerksam machen sollte. Eine Anfrage bei der Bezirkshauptmannschaft Landeck ergab aber, dass das Aufhängen eines Banners dieser Art (ca. 12 m²) eine mehr als 800 Euro teure naturschutzrechtliche Bewilligung erfordern würde. Davon wurde aber abgeraten, denn eine Genehmigung sei ohnehin von vornherein ausgeschlossen. Der Verein Lebenswertes Kaunertal wurde von der BH sehr gut über die Rechtslage informiert und akzeptiert diese Auskunft gerne, zeigt sie doch auf, dass der Naturschutz in Tirol anscheinend doch Ernst genommen wird.

Aber halt, das Ganze hat doch einen Schönheitsfehler! Wie kann es sein, dass das Aufhängen eines Banners an der Wand einer Garage nicht erlaubt ist, gleichzeitig aber die Tiwag im unmittelbar dahinterliegenden Naturschutzgebiet monatelange geologische Erhebungen mit Sprengungen, Bohrmaschinen und schwerem Gerät durchführt, nachdem schon davor monatelang im Taschachtal, ebenfalls Natura 2000 Gebiet, das Gleiche abgelaufen war. Dabei hat doch die gleiche Behörde die der Tiwag diese geologischen Erkundungen erlaubt hat, festgestellt, dass durch die Vorgänge im Fernergries die Schutzziele des Ruhegebietes Ötztaler Alpen verletzt werden! Im Fernrgries soll ein Pumpspeicher entstehen, der mit Atom- und Kohlestrom betrieben wird und mehr Strom verbraucht als er erzeugt. Das hat mit sauberer Wasserkraft nichts zu tun. Doch genau damit rechtfertigt die Behörde den positiven Bescheid.

Der geplante Bau eines Pumpspeichers im Fernergries verletzt sowohl die Natura 2000 Richtlinie als auch die Wasserrahmenrichtlinie und fördert indirekt die CO2 Produktion. Somit stehen gleich drei öffentliche Interessen gegen einen Ausbau des Kaunertalkraftwerks. Es bleibt der Wunsch, dass sich die Behörden und Politiker unseres Landes im Jahr 2010 ihrer Verantwortung bewusst werden und sich verstärkt für den Erhalt unserer Natur einsetzen, ist sie doch die Grundlage des Tiroler Tourismus und somit der Lebensader unseres Landes.

 Fotomontage